"Wie aber kommen wir aus der Stadt, ohne festgenommen zu werden“, fragte Nestor. „Lange bevor wir weg sind, wird es taghell sein.“
    Conan grinste. „Es gibt einen Weg aus der Stadt, den nur wir Diebe kennen. In der Nähe der Südwestecke der Mauer liegt ein kleines Gehölz. Wenn du zwischen den Büschen suchst, die an der Mauer wachsen, findest du ein Abflussrohr. Ursprünglich war es durch ein eisernes Gitter verschlossen, aber der Rost hat es längst zerfressen. Wenn man nicht zu dick ist, kann man hindurchschlüpfen. Das Rohr endet in einer Grube, die mit dem Schutt abgerissener Häuser gefüllt ist.“
  „Gut“, sagte Nestor.

    - Robert E. Howard: „Im Saal der Toten“ -

Das Conarch wie wir es kennen: Lange Reihen von Palisaden, Türmen und die "Acheronische Barriere" verhindern jeden Fluchtversuch aus der Stadt. Das ist eher eine Gefängnis-Kolonie, ein Straflager!

    Den Moment, als ich erstmals von Tarantia aus in Conarch ankam, werde ich nie vergessen: Himmelhohe Gipfel mit weißen Kronen soweit der Blick reichte. Und alles in einer unglaublichen Detailverliebtheit. So etwas hatte ich nie zuvor in einem anderen Spiel gesehen. Ich verschwendete keinen einzigen Gedanken an öde Quest oder XP-Gewinn, sondern wollte nur hinaus in diese wunderschöne Landschaft. Mehr noch als in Tarantia oder Tortage, die nicht mit so einer atemberaubenden Umgebung lockten. Doch die Ernüchterung kam schon am nächsten Tor. Da ging es nicht weiter. Die nächste halbe Stunde versuchte ich vergeblich aus der Stadt zu kommen, abwechselnd mit immer wieder verstohlenen Blicken auf meine Karte, die mir ein riesiges Umfeld versprach. Sollte wirklich nur diese kleine, enge Stadt Content bieten? Aus dem Verdacht wurde schließlich Gewissheit: Ich war in Conarch eingesperrt. Die Landschaft außerhalb der Stadt bot keinerlei Spielcontent und war somit nicht zugänglich. Dabei zeigte mir die Karte ein riesiges Umfeld mit Wegen, Flüssen, Wäldern und Bergen an.
Ich konnte es einfach nicht glauben.

Hier kommt man nicht raus: Nirgendwo ist das Gefühl, eingesperrt zu sein, deutlicher als in Cimmeriens wichtigster Frontstadt Conarch zu spüren..

Der Lockruf der Berge: Dabei ziehen die hohen Bergkämme und ein riesiges unbekanntes Umfeld auf der Karte jeden Besucher in seinen Bann. Wer will das nicht erkunden, die Gipfel erklimmen?

    Erst sehr viel später kehrte ich nach Conarch zurück mit der Absicht einen Weg über die Palisaden, Mauern und die „Acheronische Barriere“ hinweg aus der Stadt zu finden. Da hatte ich schon erfolgreich den Vulkan in Tortage bestiegen, die gesamte Insel erforscht und erkannt das viele der Regionen im Spiel viel mehr boten als es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Auch das verborgene Umfeld von Tarantia und Reichenviertel, sowie das Gesindelviertel der Stadt waren für mich kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Ich wusste, dass man selbst die schier unüberwindliche „Acheronische Barriere“ überwinden konnte, man musste nur lange genug die richtige Stelle suchen. Doch anders als in Tarantia oder Tortage hatte man Conarch gründlicher, schier unüberwindlich abgesichert.
Ich gab schließlich auf, ging in anderen Regionen auf Expeditionen, fand geheime „Schmugglerwege“ in den Wilden Landen, Poitain und am Donnerfluss. Auf der Insel Tortage fand ich mit anderen Explorern sogar die versunkenen Ruinen von Atlantis die jeder aus dem Intro des Spieles kennt. Auf Hellsand entdeckte ich später den Zugang zu einem „Dimensionstunnel“ der mir den Rest der gesamten Insel eröffnete. Das war schließlich auch der Schlüssel um das ebenfalls hermetisch abgeschottete Khemi zu verlassen und das unglaublich riesige Umfeld mit den Werfanlagen, dem Tempelviertel, den östlichen Steilklippen, der wirklich ausgedehnten Wüstenlandschaft und der riesigen Pyramide erforschen zu können. Nur Conarch widersetzte sich noch meinem Expeditionsdrang.

Hinter der Acheronischen Barriere: Das Heiligtum der Brennenden Seelen in den Wilden Landen von Zelata aus einer bisher unbekannten Perspektive.

Wenig überraschend: Hinter der Barriere endet die Region auch auf Hellsand noch lange nicht und gewährt nicht nur einen atemberaubenden Ausblick auf den Antiken Tempel der Schwarzen Riesen, sondern verschließt uns den Zugang zu großen Teilen der Hellsand-Insel.

Traumhaft: Erst aus der Ferne wird Tarantia, um die der Fluss Khoratas malerisch herum fließt, seiner wahren Bedeutung als die Perle des Hyborischen Zeitalters gerecht und bietet einen nahezu märchenhaften Anblick. Warum haben uns die Entwickler nur diesen prächtigen Anblick verwehrt?

Verschwendung: Wenn die Sonne über der stygischen Hauptstadt Khemi aufgeht offenbart sie eine unglaubliche Verschwendung an ungenutztem Terrain und vergessenem Content der uns leider verwehrt blieb. Allein das Tempelviertel von Khemi ist doppelt so groß wie der zugängliche Stadtteil.

Sternstunde eines Explorers: Die versunkenen atlantischen Ruinen aus dem Intro selbst zu entdecken und zu erforschen war eine der aufregendsten Expeditionen überhaupt, weil ich in keinster Weise damit gerechnet hatte das sie tatsächlich im Spiel enthalten sind.

    Ich suchte weiter nach einem verborgenem "Schmugglerweg" aus Conarch hinaus, kam von Zeit zu Zeit immer mal wieder in die cimmerische Stadt zurück, ging verschiedenen Hinweisen nach die ich auch von anderen Spielern erhielt, aber keiner führte zum Erfolg. Conarch schien das sicherste Gefängnis des hyborischen Zeitalters zu sein.
Erst ein Explorer-Freund zeigte mir einen Weg aus Conarch hinaus, der aber so kompliziert war, dass man ihn niemand anders zumuten konnte. Selbst ich benötigte oftmals unzählige, frustrierende Versuche ehe ich die Barriere überwand. Das war unzufriedenstellend, es musste noch einen leichteren Weg geben.
Immerhin half mir der Freund dabei mehr Verständnis für die Wirkungsweise der „Acheronischen Barriere“ zu entwickeln und wirkungsvollere Wege zu finden sie zu überwinden. Das brachte schließlich den entscheidenden Durchbruch und ich überwand die Palisade an einer Stelle, an der ich es schon oft versucht, aber nie Erfolg hatte. Das simple ändern der Jump-Technik brachte einen nahezu spielerisch einfachen Weg aus Conarch hinaus. Es war geschafft – das Umfeld der cimmerischen Frontstadt lag mir zu Füssen! Ich machte mich bereit für eine großartige Expedition in unerforschte Gebiete, unbestiegene Gipfel und aufregende Entdeckungen. Ich wurde nicht enttäuscht und entdeckte eines der größten Areale voller vergessenem Content der den Weg ins Spiel nicht geschafft hatte.

Des Explorers bester Freund: Die Diener Asuras garantieren das man den schnellen Weg zurück findet wenn man mal in einer aussichtslosen Situation steckt. Immer eine meiner ersten Sicherheitsvorkehrungen!

Der Ausbruch ist endlich gelungen: Die schier unüberwindlichen Palisaden und Mauern von Conarch haben ihren Schrecken für mich verloren. Ich stehe vor dem südlichsten Tor das ursprünglich den Weg nach Aquilonien kennzeichnete.


Der Bergfrieden: Das mächtigste und größte Gebäude von Conarch wird einem erst von außerhalb der Palisaden bewusst. Das Bauwerk wurde samt dem gesamten östlichen Conarch, inklusive seiner Nebengebäude, komplett aus dem Content genommen und praktisch ebenfalls ausgesperrt.

Der südwestlich gelegene Aquilonische Handelsposten, unter dem der Wildwasser-Strom entlang rauscht. Laut Karte sollte sich hier allerdings eine Stau-Anlage befinden. Ich werde eine Beschwerde über die stümperhaften Kartographen von König Conans Hof abschicken.

Ich schimpfe noch immer auf DX10, weil es bei mir ziemlich fehlerhaft läuft, aber wenn es funktioniert dann kann man solch spektakuläre Anblicke erleben. Gleißendes Sonnenlicht, Schlagschatten und Nebelschwaden schaffen eine unglaubliche Spiel-Atmosphäre. Da brauch man gar keinen Content, sondern geniest einfach den Anblick.

Und weil es so schön ist, gleich noch einmal: Unmittelbar unterhalb der eingezeichneten Stau-Anlage beginnt der südliche Wald, der mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Sägewerk beherbergen sollte. Indiz dafür sind ein großer Treibholzhaufen und ein Waldweg der dahin führte.


Meine Entdeckungstour beginnt aber erst. In den dunklen Schatten des Waldes finde ich eine in ganz Hyboria einzigartige Pflanze: Das Shader-Farn!

Eine weitere botanische Entdeckung im tiefsten Schatten des Waldes: Eine wunderschöne Blume! Ich wüsste beim besten Willen nicht, wo ich die schon einmal gesehen haben sollte.

Erst ganz unten im Süden öffnet sich der Wald und Licht flutet wieder blendend hell auf eine Lichtung. Das angenehme an diesem Wald ist im Gegensatz zu den Wäldern des Conall-Tales, dass einem nicht hinter jedem Baum oder Busch ein Vanir auflauert oder irgendwelche Kreaturen hervorspringen.

Ein weiteres Anzeichen für verlorenen Content: Eine geheimnisvolle Höhle. Ein Explorer-Freund gab ihr den bezeichnenden Namen "Höhle ohne Wiederkehr" ... warum wohl?

Hier geht es nicht weiter: Ganz im Süden öffnet sich das Conarch-Tal und gibt den Blick frei auf eine relativ flache und schneefreie Landschaft, die durchaus zu den Umgebungsbergen von Tarantia passt. Für mich ein klarer Hinweis das hier der Weg nach Aquilonien war, statt des Kutschers der nun in Conarch steht.
Beachtet dazu auch die Karte am Ende des Beitrages, die euch einen genauen Überblick über das Tal gibt.

Und so hätte ein Reisender aus Aquilonien das Tal zuerst gesehen mit der Stadt Conarch zwischen den himmelragenden Gipfeln des Eiglophianischen Gebirges ... aber es bleibt leider nur ein Wunsch!

Auf meinem Rückweg ins Tal mache ich einen ersten Abstecher auf einen verschneiten Hang und entdecke seltsame Spuren im Schnee. Mir kommt sofort eine der vielen Conan-Geschichten in den Sinn ...

    "Dann erspähten seine scharfen Augen etwas anderes. Neugierig geworden, beschleunigte er seine Schritte, bis er gebeugt über den seltsamen Fußspuren stand, die er entdeckte hatte. Obwohl sie den Fährten eines Bären ähnelten, handelte es sich doch nicht um die Spuren eines solchen. Kein Bär hinterließ solch große Abdrücke ohne die Eindrücke von Tatzen, keine Bärenspuren waren so weit auswärts gestellt. Sie konnten noch nicht alt sein, denn der wehende Schnee hatte die Eindrücke erst zum Teil gefüllt. Die Spur führte auf eine ragende Eisklippe zu, und Conan folgte ihr mit den angespannten Sinnen eines jagenden Panthers."

    - Robert E. Howard, Björn Nyber und L. Sprangue de Camp: „Conan, der Rächer“ -

Ich erklimme die ersten Berghänge im Süden, die noch schneefrei sind und bekomme erstmals einen atemberaubenden Ausblick auf Conarch. Links ist der Handelsposten zu sehen, während rechts die mächtige Fassade des ungenutzten Bergfriedens aufragt.

Ich arbeite mich weiter den Berg entlang: Rechts das gesamte aus dem Content genommene östliche Conarch samt Bergfrieden und den anliegenden Nebengebäuden. Etwas links davon erkannt man das Tor ins Conall-Tal.

Die atemberaubende Aussicht hat seinen Preis: Absturz aus schwindelnder Höhe überlebt auch ein auf Überleben geskillter Explorer nicht.


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