

Die Zeitspanne zwischen dem Untergang von Atlantis und den Aufstieg der Söhne Arius, also der klassischen Antike, ist das Hyborische Zeitalter. Die Umgebung in der ein Mann wie Conan vom Barbaren zum König aufsteigen konnte. Eine raue Umgebung. Und doch auf der Basis unserer Welt, der guten alten Mutter Erde, Gaia, Terra, dritter Planet des Sol Systems.
Das Hyborische Zeitalter ist keine Mittelerde, keine andere Welt, nur teilweise ein Phantasiegebilde. Es ist eine barbarische Version unserer Welt, um des Wiedererkennungswertes, des Realismus und der Fortsetzung des Historischen Romans mit anderen Mitteln willens. Eine Welt, die geschaffen wurde, um einem Barbaren in der rauen Welt der Pulps einen Rahmen zu geben, der mit wenigen Worten zu beschreiben ist.
Schon auf dem ersten Blick auf die Karte von Hyboria ist der afro-eurasische Kontinenten zu erkennen: Die afrikanische Küste, der Sub-Kontinent Indien, sowie die Küste des östlichen Asiens mit der japanischen Insel. Nur das Mittelmeer und das Rote Meer fehlen gänzlich. Auch die Nordsee liegt trocken und bildet das wilde Land Cimmerien. An Stelle des Schwarzen Meeres existiert der riesige See Vilayet, der diesen gewaltigen Kontinent praktisch zweiteilt und gewisse Parallelen zu dem Urkontinent Pangäa aufweist. In den Abenteuern Conan’s taucht dieser See immer wieder auf.
Die Parallelen Hyborias mit der realen Welt hören aber nicht bei den geografischen auf, sondern ziehen sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Saga. Namen, Nationen, geschichtliche Ereignisse, Architektur und Völker haben zu unserer wirklichen Welt eine Entsprechung. Beispiele dazu gibt es hunderte und sie zu finden ist ein besonderer Genuss beim lesen der Geschichten und Bücher. Anders als J.R.R. Tolkien, der eine komplett fiktive Welt erschuf, bediente sich Robert E. Howard mit beiden Händen in unserer realen Welt und seiner Geschichte.
Das bereits erwähnte Cimmerien, Conans Heimat, hat seine Entsprechung in Irland (weil sich Howard als Ire empfand), dass stolze Aquilonien mit seinen Burgen und Palästen in England, Vanaheim ist Schottland, Asgard tendiert zu den skandinavischen Ländern, dass hinterhältige Nemedia hatte seine Parallele zu den ebenfalls (aus der Sicht des Amerikaners nach dem 1. Weltkrieg) hinterhältigen Deutschen. Die Barachan Inseln mit der Piraten-Hauptstadt Tortage haben unverkennbar das Flair und die Kultur der Karibischen Inseln aus der Piratenzeit.
Bei Hyperborea bediente er sich sogar aus der griechischen Mythologie, dass dort wie in Hyboria das nördlichste Land darstellt. Weiter geht es mit Turan und der Türkei bzw. dem Osmanischen Reich der Jahrhundertwende, Stygien und Ägypten, dem vielleicht offensichtlichstem Beispiel. Bei Iranistan liegt die Parallele sogar schon im Namen, wie auch dem höchsten hyborianischen Gebirgszug, dem Himelianischen Gebirge. Die Hyrkanischen Steppenbewohner sind die wilden Mongolen aus unserer Vergangenheit, Khitai das China der Kaiserära (inklusive der chinesischen Mauer) und sogar Japan hat mit Lemuria seine Entsprechung. Einen besonderen Platz in Howard’s Phantasie nehmen die wilden Pikten ein, die nicht als geschlossenes Volk auftreten, sondern in kriegerische Stämme unterteilt sind. Kein Wunder für einen Amerikaner der Jahrhundertwende, dem indianische Gräueltaten noch genauso vertraut sind, wie uns heute die Verbrechen der Nazis aus dem 2. Weltkrieg.
Das ist der Boden auf dem Conan seine historisch-phantastischen Abenteuer erlebt, ein afro-eurasischer Kontinent, eine Welt der Herausforderungen, eine Welt finsteren Zaubers, wo Männer noch Männer sind.
Im Grunde ist das Hyborische Zeitalter ein Puzzle von Versatzstücken verschiedener Zeitalter zwischen Antike und Mittelalter, versehen mit einer gesunden Portion übernatürlichen Elementen und Schwarzen Zaubers aus mystischen Zeiten.
Es ist eben nur der Rahmen, in dem Conan sich bewegt. Ein genauerer Apparat an Karten, Mythen und Legenden, Sprachen, Schöpfungsmythen waren für einen Autor wie Howard nicht nur unnötig, sondern eher noch hinderlich, sprich kontraproduktiv.
Die Völker, die diese Welt bewohnen, sind an die bekannten Völker der Erde angelehnt. Sie bescheren Conan Freunde und Gegner.
In der Tradition der Abenteuerliteratur übernehmen Angehörige gewisser Kulturen die Rollen der guten, aufrechten Menschen und andere die der bösen verschlagenen Bösewichte (was am besten über Äußerlichkeiten funktioniert und dabei keines weg‘s nur isoliert von Howard betrieben wurde.
Dabei wird dann von Kritikern gern das Wort von Rassismus im Munde geführt, doch auch das ist nicht haltbar. Zum einen darf man ins Feld führen, dass in den frühen dreißiger Jahren die 'Political Correctness' noch nicht erfunden war und Howard mit den gängigen sprachlichen und literarischen Traditionen arbeitete.
Interessant ist die Lage von Conans Königreichen Aquilonien. Es nimmt Irland und den Südteil Englands ein. Howard, der sich gern als Kelte beziehungsweise Ire begriff (und deswegen heftige briefliche Dispute mit H. P. Lovecraft ausfocht (der sich als britischer Gentleman begriff).
Sogar der Name der Hauptstadt Aquiloniens – Old Tarantia – ist eine Ableitung von Tara, der mystischen Hauptstadt Irlands (ursprünglich – In der Originalfassung von "The Scarlet Citadel" – dt. Die scharlachrote Zitadelle – nannte sich die Hauptstadt noch Tamar).
So gibt es viele Dinge zu entdecken, die dem Leser bekannt vorkommen und Assoziationen auslösen die Howard das Leben beim Schreiben leichter machten.
Im Spiel selbst sind momentan sieben Regionen (Stand März 2009) mehr oder weniger enthalten die man bereisen und erkunden kann, sowie eine Vielzahl von Völkern und Kulturen die lediglich in Erscheinung treten.
Als Regionen kann man bereisen: Barachan Inseln (Tortage, Hellsand), Piktische Wildnis (Donnerfluss), Aquilonien (Tarantia, Poitain, Wilde Lande von Zelata), Nemedien (Grenzgebirge), Cimmerien (Conarch, Conaltal, Lacheis Ebene, Eiglophanisches Gebirge, Feld der Toten, Ymir Pass), Atzels Reich (Atzels Reich, Atzels Festung) und Stygien (Khemi, Khopshef, Rotlotusmarschen, Kheshatta). Auf der Games Convention 2008 wurde Khitai (die chinesische Entsprechung) als Erweiterung bereits angekündigt, falls sie denn erscheint.
Die Erzfeinde Aquiloniens, die Nemedier, haben mit dem Grenzgebirge zwar nur ein ziemlich bescheidenes Auftreten, spielen aber insgesamt im Spiel eine große Rolle und man begegnet ihnen in Aquilonien auf Schritt und Tritt als Invasoren. Im Norden sind das die eroberischen Hyperboreaner an denen man nicht vorbei kommt, die aber kein eigenes Territorium im Spiel aufweisen können.
Ich kann nur jedem empfehlen mal auf Entdeckungsreise im Hyborischen Zeitalter zu gehen – in Büchern, Comics und natürlich im Spiel! Es gibt viel zu entdecken. Bekanntes, wie unbekanntes, vertrautes und viel faszinierendes.














